Neuigkeiten 21.06.2026

Bildungs-ID und Bildungsverlaufsregister: GEW ist kritisch

Datenschutz
Eine Lehrerin steht vor einer Klasse, in den Bänken sitzen aber keine Schüler:innen, sondern visualisierte Daten.
  • Autor*in GEW Fraktion im BPR Köln GymWBK

Datafizierung von Bildung

Datengestützte Schul- und Bildungspolitik ist nicht nur das Steckenpferd von Ministerin Feller (Schulkompass 2030), sondern auch bundesweit ein großes Thema. Der Kerngedanke: Je mehr objektive Daten über das Bildungswesen erhoben werden, desto einfacher ist es, wirksame Stellschrauben im Bildungssystem zu identifizieren und die knappen Mittel entsprechend einzusetzen.

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Während in NRW v.a. zusätzliche Lernstands­erhebungen und Schüler:innenbefragungen geplant sind, gibt es auf Bundesebene Bestrebungen, ein nationales Bildungsverlaufsregister einzuführen. Jede:r Schüler:in soll eine eindeutige Identifikationsnummer erhalten (»Bildungs-ID«), unter der wesentliche Daten zum individuellen Bildungsverlauf (besuchte Bildungseinrichtungen, erzielte Abschlüsse, nicht abgeschlossene Ausbildungen, Weiterbildungen etc.) in einem »Bildungsverlaufsregister« abgelegt und mit Daten zur Person verknüpft werden.

Die GEW-Hauptvorstands-Referentinnen Martina Schmerr und Birgita Dusse äußern sich in ihren Beiträgen zum von ver.di und der IG Metall herausgegebenen Onlinemagazin DENK-doch-MAL.de kritisch zu diesem Plan: Es stellen sich nicht nur sehr heikle Fragen zum Datenschutz, zu den erforderlichen Ressourcen und zur Verengung des Verständnisses von Bildung auf messbare Zahlen. Es ist auch zu fragen, wozu neue Daten überhaupt gut sein sollen. Schon jetzt liegen hinreichend Daten vor, um dringende Verbesserungsbedarfe im Bildungswesen zuverlässig zu benennen. Selbst diese Bedarfe werden aber dem Sparzwang geopfert. Wer wirklich bessere Bildung möchte, sollte jetzt Geld in die Hand nehmen, um z.B. kleinere Klassen, multiprofessionelle Teams und mehr Zeit für Schüler:innen zu ermöglichen.